11. November 2012

Sankt Martinstag (11.November)

Da wir heute den 11. November schreiben und in den vergangenen Tagen zahlreiche Laternenfeste gefeiert wurden, bekommt ihr heute einen kleinen Einblick in die Geschichte des Hl. Martin (Bischof von Tours), warum Laternen gebastelt , Martini-Gansl gegessen werden ect...

 

Die Legende

Martins größter Wunsch war, einmal ein Soldat des Kaisers zu werden. Deshalb trat er schon früh in das Heer des Kaisers ein. Er war noch nicht einmal achtzehn Jahre alt. Für Martin gab es nichts Schöneres, als auf seinem Pferd durch die Straßen der Stadt zu reiten. Sogar im Winter sattelte er sein Pferd und machte mit ihm einen Ausritt.
An einem Abend war es besonders kalt, die Straßen waren dick verschneit, trotzdem sattelte Martin sein Pferd und führte es aus dem Stall. Als er durch die Straßen ritt, begegnete ihm kein Mensch. Nicht einmal ein Hund trieb sich noch draußen herum, allen war es viel zu kalt.
Die Menschen hockten in ihren Zimmern um das Feuer herum, und die Tiere rückten im Stall ganz eng zusammen.
 
Martin trieb sein Pferd an, beim schnellen Ritt würde ihnen bald warm werden, doch plötzlich zügelte Martin sein Pferd. Da lag doch etwas im Schnee am Straßenrand. War es ein Tier? War es ein Mensch? Vorsichtig ritt Martin näher, da hörte er ein leises Wimmern. Als er sich niederbeugte, erblickte er einen Mann der vor Kälte zitterte. Es war ein Bettler der nur Lumpen trug.
 “ Ich friere so!” jammerte er . Martin zögerte nicht, er griff nach seinem Schwert, nahm seinen Mantel von der Schulter, packte das Schwert und schnitt seinen eigenen Mantel in zwei Teile.
“Das schenke ich dir” sagte er und reichte dem Bettler den halben Mantel.
“Danke!” sagte der Bettler leise und wickelte sich in den Mnatel ein. Martin legte die andere Hälfte um sich , trieb sein Pferd an und ritt davon. Nachts träumte er von Jesus, darauf verließ er das Heer des Kaiser. Er wollte kein Soldat mehr sein, er wollte lieber den Armen helfen.
 
Die Geschichte von dem armen Bettler hatte sich weit herumgesprochen, so wurde Martin ein bekannter Mann. Viele Menschen liebten und verehrten ihn, sie wollten Martin sogar zum Bischof machen, doch dafür war er viel zu bescheiden.
Er hatte Angst vor diesem Amt und meinte er würde nie ein guter Bischof werden. Als die Leute kamen und ihm zum Bischof machen wollten, versteckte er sich in einem Gänsestall. Hier werden sie mich bestimmt nicht suchen, dachte er.
Die Gänse im Gänsestall aber schnatterten so laut und waren so aufgeregt, dass Martin schließlich entdeckt wurde und nun doch zum Bischof ernannt wurde und entgegen seinen Zweifeln war er ein "guter" Bischof.
 
 
(Martin von Tours wurde 316 in Ungarn geboren, war zunächst Offizier der römischen Kaisers. Mit 18 Jahren ließ er sich taufen, mit 40 Jahren wurde er Missionar und wirkte seit 371 als Bischof von Tours.)
 
 
 
Bräuche
 
Anlässlich des jährlich wiederkehrenden Gedenktages des Hl. Martin,  kennen wir dazu einige Bräuche die vielerorts noch vorzufinden sind.
 
Eines davon, das traditionelle "Martinigansl-essen" -- zurückzuführen auf die Gänse im Stall die den Hl. Martin seinerzeit in seinem Versteck verraten haben.
 
Für viele auch bekannt sind die "Sankt-Martins-Umzüge oder auch Laternenfeste".
Vor allem bei uns in Österreich, aber auch in Deutschland, der Schweiz und Südtirol wird dieses Fest einige Tage vor oder am 11.November zusammen mit Kindergärten und Volksschulen zelebriert.
Bei den Umzügen ziehen die Kinder mit selbstgebastelten Laternen durch die Straßen der Dörfer und werden oft sinnbildlich, von einem auf einem weißen Schimmel sitzenden und als römischer Soldat verkleideten Reiter mit roten Mantel, begleitet.
 
Die meisten dieser Umzüge führen mit ihren Laternen von den Straßen direkt in die Kirche wo in einem Rollenspiel die Schenkung des roten Mantels vom Hl. Martin an den Bettler nachgestellt wird.
 
 
Ich selbst finde, dass es sich dabei um sehr schöne Bräuche handelt, die vor allem den Kindern viel Freude bereiten, wenn sie mit ihren leuchtenden Laternen singend duch die hereinbrechende Dämmerung wandern und der Geschichte des Hl. Martin lauschen können.
 
Eine Martini-Gansl-Esserin bin ich jedoch nicht, denn dafür ist mir eine Gans einfach zu lieb anzusehen um sie verspeißen zu können :-)
 

Wer sich von Euch allen das Gansl heute nicht entgehen lässt > lasst es euch schmecken!!

 
 
Eure
Farbenzauberin





 


Kommentare:

  1. Danke für deinen wunderschönen Post.
    Hab eine gute neue Woche
    Liebe Grüsse von Sylvia und Tibi

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  2. Ich sehe die Gans auch viel lieber auf der Wiese herumwatscheln als gebraten auf dem Teller liegend! Schön das du uns fíde Geschichte rund um Martin und die damit verbundenen Bräuche wieder ein wenig in Erinnerung rufst :-)
    herzlichst AnnA

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  3. Liebe Farbenzauberin,

    auch wir haben am Freitag abend wieder das obligatorische Laternenfest im Kindergarten besucht. Bei uns ist das immer eine große Sache mit einem echten Martinsreiter, Musikkapelle usw. und die Kinder sind ganz aufgeregt mit ihren Laternen und geben ihr bestes beim Singen...
    Immer wieder nett anzusehen und schön, dass Traditionen noch aufrecht gehalten werden!

    Übrigens gab es bei uns gestern traditionell eine Martinigans, die wie jedes Jahr der "Hausherr" zubereitet - einmal im Jahr etwas besonderes und sehr lecker!

    LG & einen schönen Tag
    NICI

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