11. Dezember 2012

11. Türchen / eine Begegnung...

zu der gestrigen Geschicht zum 10. Türchen bin ich heute durch Zufall noch auf ein Gedicht in Mundart gestoßen, dass gestern sehr gut dazu gepasst hätte. Ich finde es zum Schmunzeln darum möchte ich es Euch heute schreiben :-)
 
 
Eine Adventsgeschichte

I woass net, ob dö G'schicht ihr kennt,
sie hat sich ab'gspielt im Advent.
I les euch vor, weils mir fallt ei,
d'Leut sog'n, dös soll wahr g'wen sein.

Da is a alts Muatterl gwesen,
alloa in ihra Stub'n drinn gsessn,
und hat sich so Gedank'n g'macht
was s'Christkind früher ihr hat bracht.
Ja ja, hat's gsagt, dös war'n no Zeit'n
da kunnt ma allerhand bestreit'n
jetzt bin i arm und alt dazua
und hab a kaum zum Essen gnua.

Wia's so da sitzt und überlegt,
hat sie sich einen Plan ausgheckt.
S'Christkind beschenkt doch alle Leit,
jedes Jahr zur Weihnachtszeit,
wia war's, wenn i eam schreib'n tät,
daß i a große Bitt no hätt.

Vielleicht macht's mir no de Freid,
grad heuer in der Weihnachtszeit.
Sie holt sich Bleistift und Papier
aus der Schublad schnell herfür.
Setzt sich an den Tisch sodann
und fangt wia folgt zu schreiben an:

Liebes Christkind, schreibt's mit'm Stift
auf das Papier als Überschrift.
Du bist allmächtig und sehr stark,
schick mir doch bitte 100 Mark!
Erfüll die Bitte einer Armen,
i wünsch an Mantel mir, an warmen.
Wann i dös Geld hätt, war dös schee,
kannt i zum Mantel kaufa geh.

I brauch'n wirklich schon sehr bald,
denn drauss'n ist es bitterkalt.
Hochachtungsvoll hat sie zuletzt
vor ihrem Namen druntergesetzt.

Den Briefumschlag hat's ungeniert
an das Christkind adressiert.

Den Absender auf d'andere Seit,
dös war von großer Wichtigkeit.
Sie tuat den Brieaf in Umschlag nei
und is zum Kast'n grennt a glei.
Nachdem dös alles war gescheh'n,
sah man sie froh nach Hause gehn.

Der Postler von dem Postamt acht
hat koane schlechten Augen g'macht.
So momentan is baff er g'wen,
wia er den Brieaf ans Christkind g'segn.
Des is eam ja no nia passiert,
a Brieaf an's Christkind adressiert.
Er hat sehr lange nachgedacht
und dann den Umschlag aufgemacht.
Als er den Inhalt überblickt,
den Brieaf er an's Finanzamt schickt.

Der Beamte von dera Stell
Öffnet den Brieaf sehr schnell.
Nachdem dös Schreib'n er durchgeles'n
war der Fall ihm klar gewes'n:

Man muaß ihr helfn, des is g'wiß,
schon deshalb, weil bald Weihnacht' is.
Die Kollegen von sei'm Amt,
haben mitg'macht allesamt.
Er braucht da gar net lang zu frag'n
jeder hat was beigetrag'n.
Und wias am Schluß dann festgstellt ham,
war'n 63 Mark beisamm.
Den Betrag nun ganz genau
überwies'n sie der alten Frau.

Die Freud vom Muatterl war sehr groß
darüber Tränen sie vergoß.
Jetzt konnte sie den Mantel kaufn
und braucht nicht mehr ohne lauf'n,
und aus innerer Dankespflicht
hats's no an Brieaf an's Christkind g'richt.
Dös hat sie sich net nemma lass'n,
sie schrieb daher folgendermaßn:

Für die hundert Mark dank' i' dir,
du hast da sehr geholf'n mir.
Doch wenn i'wieder um Geld dich bitt,
so schick mir's doch über's Finanzamt nit,
mit dene is des fei a Gfrett,
solche Lump'n trau i net,
von dene 100 Mark, s'is net derlog'n,
hams 37ge abgezogn.
 
 
 
 
Bei meinem gestrigen Spaziergang durch den Schnee bin ich einem recht seltenen Gesellen begegnet.... darum heute "meine eigene Geschichte" *g*
 
Nach dem Mittagessen habe ich mich mit Walking-Stöcken auf unseren tief verschneiten und mit knietiefen Schneewehen bedeckten Waldweg begeben. Dort bin ich dahinmarschiert, die Stöcke fest im Griff und die Kamera in der Jackentasche. Nicht lange war ich unterwegs als ich im Schnee Spuren entdeckte, natürlich waren zu dieser Jahreszeit alle Tiere aus dem Wald auf den Feldern und Wiesen unterwegs um Futter zu finden. Es war auch leicht auszumachen wer sich dort durch den Schnee geschlichen haben mag....
 
 
Das erste was sich entdecken lies, waren wohl die unverkennbaren Katzentatzen die tief in den Schnee versunken sind. Ob sie nach diesem beschwerlichen Marsch durch den Schnee wohl kalte Pfoten hatte? *g*
 
Am nächsten Baum der mir auf dem Waldweg begegnete entdeckte ich die nächsten Spuren, die ein wohl kleiner Schwarzer Kerl mit leuchtend orangefarbenen Schnabel hinterlassen haben muss....
 
 
Ob die Amsel unter dem Baum wohl ein paar Körnchen oder sontiges an Essbaren gefunden hat?
Jedenfalls hatte sie den Baum systematisch mit ihren kleinen Füßchen eingekreist...
 
Nun stapfte ich eine Weile weiter, recht mühsam auf dem weiten Feld wo der Wind so richtig hohe Schneefrachten aufeinander gehäuft hat. Sicher würde ich noch weitere Abdrücke im Schnee finden, die von Gesellen zeugen die vor mir schon den gleichen Weg gekreuzt hatten. Und siehe dar, da wurde ich aber stutzig - noch ein Tatzenabdruck - nein, nicht von einem Hund... Wer ist da über den weißen Schnee spaziert??
 
 
Vergangenen Samstag, hatte nämlich schon der örtliche Jäger nach diesem Wesen Ausschau gehalten, vergeblich, denn die ganze verschneite Wiese ist nur so übersäht von "seinen" Fußabdrücken. Ob ich nicht Angst hatte dem Meister über den Weg zu laufen??
 
*g* ja doch schon ein bisschen, aber ich war ja mit Stöcken unterwegs, die würde er wohl nicht mögen. sollten wir uns über den Weg laufen.
Gesagt getan, ich ging (stapfte *g*) weiter ohne weitere Entdeckungen und Vorkommnisse aber immer achtsam ob nicht doch irgendwo der besagte Meister im angrenzenden Gebüsch hervorschaut.
 
Habt ihr gedacht, ja, dass er sich im Gebüsch oder dem angrenzenden Wald versteckt?? Jaaa ich auch *gg* aber nein, einige hundert Meter weiter, wackelt vor mir in gleicher Marschrichtung wie ich unterwegs war , der Pfötchenabdruck-Hinterlasser gemächlich vor sich hin.
 
Puhh, ich mich erst erschrocken und dann doch überrascht ihm zu begegnen, hab ich mal schnell überlegt wo ich den jetzt am besten hin verschwinden könnte *g*.
Er würde sich von mir zwar ja nicht beeindrucken lassen, näher kommen wollte ich ihm trotzdem bei weitem nicht. Also, mein Entschluss - am besten quer feldein zu meiner Rechten abbiegen - den Weg habe ich also verlassen und mich auf leisen Sohlen durch den erneut tiefen Schnee entfernt, immer ein Auge auf ihn...
 
Lange hatte ich ihn noch in meinem Blickfeld - als sich auf beiden Seiten des Weges dann ein kleines Wäldchen auftat, blieb er stehen sah sich um **mich hoffentlich nicht erspäht** - überlegte kurz und verschwand dann im Gestrüb... :-)
 
Wer war es denn wohl?
Ein gut genährtes Kerlchen, rot-braunes Fell, ein spitzes Näschen und einen ordentlich buschigen Schweif..... vielleicht erkennt es ja auch der ein oder anderen an den Abdrücken im Schnee....
 
Ich verrate es Euch vor wem ich mich aus dem Staub gemacht habe (man weiß ja nie *ggg*)
 
 
 
 
Heute weiß ich auch warum sich  Herr Fuchs nach wie vor in unserer Umgebung herumtreibt, der Jäger hat einen Köder ausgelegt, denn sich der Fuchs immer abholen kommt.
Irgendwann wird er aber doch dem Gewehr nicht entkommen... Schade um das Tier, wenn ihr mich fragt. Aber diesen Winter muss es wohl sein, da sich die Füchse den Sommer über starkt vermehrt haben und bereits einige erlegt werden mussten.
 
In diesem Sinne wünsche ich Euch einen schönen Tag und vielleicht begegnet ihr auch jemanden bei dem ein oder anderen Spaziergang :-)
 
 
 
Herzlich Eure
 
Farbenzauberin
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

Kommentare:

  1. das gedicht ist klasse hoffen wir mal, dass das auch alle verstehen ist ja immerhin in mundart geschrieben ;-))))

    und was deinen spaziergang betrifft, dass nächstemal nimmst begleitschutz mit, du weist wen ich meine ;-) aber schön erzählt!!!!

    herzlichst AnnA

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  2. The photos are great, especially that of the fox.
    Long story, I do not understand everything, but that's okay.
    Have a nice day, Irma

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  3. Das Gedicht ist ein Gedicht! Herrlich in Mundart!

    Die Spurenbilder sind auch herrlich!

    Ich wünsch Dir einen wunderschönen Abend!
    ♥ Allerliebste Grüße Claudia ♥

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  4. Eine ganz zauberhafte Geschichte hast du mitgebracht. Trotz Mundart war sie leicht zu verstehen.:-)
    Ja, auf einem Winterspaziergang sieht man, schaut man genau hin, so allerlei Spuren im Schnee und du hast sie alle ganz toll dokumentiert. Das Highlight ist natürlich der Fuchs. :-)

    Liebe Grüße
    Christa

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  5. Liebe Farbenzauberin,

    ein ganz wunderbares Gedicht aber vor allem deine Geschichte mit dem Fuchs - einfach herrlich! Mir ist noch nie im Leben ein Fuchs begegnet - ein einmaliges Erlebnis und ganz toll erzählt!

    LG
    Nici

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