13. Dezember 2012

13. Türchen / Heilige Lucia

Heute feiern/ begehen wir das Fest der Heiligen Lucia, ein Brauch der vor allem in Schweden verbreitet ist und auf den 13. Dezember fällt.
In Schweden hat das Fest seinen Ursprung deshalb, weil der 13. Dezember dort bis ins Jahr 1752 auf die Wintersonnenwende (den kürzesten Tag des Jahres) fiel - also ein Fest der Sonnenwendfeierlichkeiten.
Wie daraus das heutige Fest der Heiligen Lucia hervorgebracht wurde ist schwer nachzuvollziehen und auch kaum überliefert.

Das Fest kennzeichnet sich seit 1760 etwa durch das Tragen von weißen Gewänder auf Gutshöfen in Westschweden, außerdem dazu gehören das Tragen von Kerzen, der Verzehr von traditionellen Safrangebäck (Iussekatter) und das Singen von Lucialiedern.


Zu einem landesweiten Brauch wurde es erst in den letzten hundert Jahren und im
19. Jahrhundert griff der Brauch weiter bis über die schwedischen Grenzen hinaus.

Wie gefeiert wird:

Ein Mädchen (die älteste Tochter) der Familie verkleidet sich als Lucia mit dem weißen Gewand, einem roten Band um die Taillie und einen Kerzenkranz am Kopf. Ihr folgen weitere Mädchen die Kerzen tragen, manchmal werden sie noch von einen Sternenknaben oder einen Pfefferkuchenmännchen begleitet.
Das weiße Gewand steht für Jungfräulichkeit und das rote Band um die Taillie für Märtyrium.




(Un-) Heilige Lucia

Der Name Lucia bedeutet eigentlich "die Lichtvolle". Und so wird sie überall in der christlichen Welt mit Lichterumzügen an ihrem Gedenktag geehrt.
Ganz besonders wird der Luciatag in Schweden gefeiert: die "Luciapiger" oder "Luciabräute" treten in langen weißen Gewändern auf, auf dem Kopf einen Kranz mit brennenden Kerzen. Dieser Volksbrauch ist seit 1780 belegt und soll das Ende der dunklen Tage symbolisieren.
Keinerlei Gemeinsamkeit mit der Heiligen des Lichts hatte früher die Schreckgestalt »Schiache Luz« oder »Luzelfrau« genannt, die nach altem Volksglauben auch im Bayerischen Wald am Vorabend des 13. Dezember auftauchte.
Hinter der schiachen Luz verbarg sich eine heidnische Gestalt, die nach altem Volksglauben in der Mittwinterzeit ihr Unwesen trieb.
Gekleidet in zerlumpten Gewändern, mit hässlichem Gesicht und zotigen Haaren, in der rechten Hand eine Sichel mit Wetzstein, lief sie wild gestikulierend durch die finsteren Straßen. Bei ihrem Erscheinen wetzte sie ihr mitgeführtes Werkzeug und leierte dabei einen unverständlichen Spruch.
Als ich etwa vier Jahre alt war, hatte ich ein Erlebnis der ganz besonderen Art mit diesem ungewöhnlichen Brauchtum des Kindererschreckens.
Es fühlte sich so ähnlich an wie ein Besuch des Knecht Ruprecht oder auf Bayrisch "Krampus" genannt.
Wenn kleine Quälgeister nicht mehr zu bändigen waren, erledigte das der Begleiter des Hl. Nikolaus, der mit seiner Gerte drohte – und manchmal nicht nur das. Meine mittlere Schwester hatte sich einmal angstvoll unter's Sofa verkrochen, und dieser schlug mit seiner Rute sogar noch darunter. Wir wurden damit ziemlich eingeschüchtert.
Obwohl ich mich meistens unspektakulär verhielt und meinen Eltern kaum Ärger machte, beschloss mein Vater trotzdem eines Tages nur so zum Spaß (das beruhte natürlich nicht auf Gegenseitigkeit!), die Hl. Lucia zu mimen.
Rasch brachte mich meine Mutter ins Bett, die Nachttischlampe durfte ich noch brennen lassen.
Mein Vater zog sich in der Zwischenzeit ein altes weißes Bettlacken über, das bis zum Boden reichte, zwei kleine Löcher für die Augen wurden ausgespart. Seinen Kopf zierte ein alter Adventskranz mit brennenden Kerzen und schließlich den „letzten Schliff" gab seiner Kostümierung noch die schwarze Schmetterlings-Hornbrille meiner Teenie-Schwester, die versehentlich von ihr neben dem Gasofen liegen gelassen wurde und danach durch Hitzeeinwirkung ein wenig lädiert/verschmort aussah.


Lachend sagte der Hobbyschauspieler zu meiner Mutter „So wird mich die Kleine niemals erkennen."
Das Licht im Schlafzimmer ging plötzlich aus, eine seltsam anmutende Gestalt kam plötzlich auf mich zu. Nein, sie flößte mir keine Angst ein, denn sie wirkte eher komisch als unheimlich.
Schließlich setzte sich diese eigenartige Lucia zu mir ans Bett und murmelte unverständliche Worte. Auch das noch!
Ich atmete tief durch, blickte auf die schwarzen Herren-Schnürschuhe und sagte „Hl. Lucia, ich glaube, Du bist mein Papa".
Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, dass sich meine Eltern jemals so amüsiert haben.


(Quelle: http://www.geschichtennetz.de/geschichten/erlebnisse/3834-unheilige-lucia.html)

 
Wünsche Euch einen feinen Donnerstag!
 
Herzlich Eure
 
Farbenzauberin

Kommentare:

  1. Es ist immer wieder schön, wenn alte Bräuche aufgefrischt werden, nicht nur in unseren Erinnerungen!
    Vielen Dank dafür!
    Ich wünsch Dir einen wunderschönen und glücklichen Tag!
    ♥ Allerliebste Grüße Claudia ♥

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  2. Das hast Du sehr schön beschrieben liebe Farbenzauberin.
    Der Film ist richtig feierlich, danke für den schönen Beitrag

    ♥ liche Grüße und einen schönen Tag
    Angelika

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