16. Dezember 2012

16. Türchen / 3. Adventsonntag

Die dritte Kerze am Adventkranz wird heute entzündet und symbolisiert mit ihrem hellen Schein, laut christlichen Glauben das Thema "Freude" ("Gaudetet", "Freut euch").

Freude ist unser Wegweiser, empfinden wir Freude folgen wir unserer inneren Spur. Verlieren wir unsere Freude so wird es Zeit sich den wesentlichen Dingen zuzuwenden. Wenn wir uns mit dem verbinden, was uns wichtig ist im Leben entflammen wir die Flamme unseres Herzens.
Darin liegt auch der tiefe christliche Grund des Brauches, dass man zu Weihnachten Geschenke verteilt. Gott verschenkt sich an die Menschen zu unserer Freude und wir verteilen Geschenke um dem anderen eine Freude zu machen

 
"Die Freude öffnet weit das Herz". (Franz von Sales)



Immer ein Lichtlein mehr
im Kranz, den wir gewunden,
dass er leuchte uns so sehr
durch die dunklen Stunden.
Zwei und drei und dann vier!
Rund um den Kranz welch ein Schimmer,
und so leuchten auch wir,
und so leuchtet das Zimmer.
Und so leuchtet die Welt
langsam der Weihnacht entgegen.
Und der in Händen sie hält,
weiß um den Segen!
 
(Matthias Claudius)



Die krumme Tanne„Seit vielen Jahren“, so fing die Tanne an zu erzählen „stehe ich nun schon in diesem schönen Tannenwald und möchte gerne mal erzählen, warum ich zur krummen Tanne wurde.

Als ich noch klein war, gesellten sich etwas größere Artgenossen neben mich und nach einiger Zeit geschah es, daß sie mich Tag für Tag mit ihren weit auslaufenden Ästen bedrückten. Das tat mir weh, doch keiner wollte mein Jammern hören. Nach und nach wuchsen sie immer höher und wurden wunderschön. Ich dagegen wurde immer krummer und meine Spitze mußte sich ständig nach unten beugen.

So konnte ich aber hören, was die Menschen sagten, wenn sie im Herbst kamen, um sich die schönsten Tannen auszusuchen. Ich erfuhr, daß jährlich welche abgesägt werden sollten, um in die warmen Stuben der Menschen gebracht zu werden. Jedes Jahr zur selben Zeit findet nämlich zur Wintersonnenwende ein Fest statt, das auch Weihnachten genannt wird. Tannenbäume werden dann in kunstvolle Ständer gestellt und mit Kugeln, Lametta, Süßigkeiten und Kerzen geschmückt. Sogar große und kleine Geschenke werden unter den Baum gelegt. So erzählte man sich. Das berichtete ich all den Schönen neben mir, und sie sahen sich schon in herrlichem Glanz bei den Menschen stehen.

Eines Tages kamen ein paar Männer zu uns und der eine von ihnen rief:
‚Kommt mal her, hier stehen prächtige Exemplare, gerade die richtige Höhe für unsere Stadt!‘.

Sachlich wurden die Erwählten begutachtet und mit weißer Farbe markiert. Ich wurde zwischen all den Schönen von niemandem bemerkt, nicht mal angesehen. Es machte mich traurig.

Darauf hörte ich eine der Tannen noch hochmütig sagen:
‚Habt ihr gesehen, wie sie uns von allen Seiten bestaunten? Sie wollen uns zum Fest der Menschen bringen!‘.



‚Ach!‘, rief ich ihnen von unten entgegen ‚ auf meine Kosten seid ihr so gewachsen, habt mich stets unterdrückt und mich krumm und schief werden lassen!‘.

Die Schönen hörten gar nicht auf meine Worte und wiegten sich eitel im Wind.
Einige Tage später kamen erneut Männer, nur dieses Mal mit Äxten und Sägen unterm Arm und fingen gleich an, am unteren Ende der ausgesuchten Tannen zu sägen.
‚Aua, aua!‘, jammerten alle durcheinander, doch keiner vernahm ihr Gestöhne.

Doch wie sollte oder konnte ich helfen? Es dauerte nicht lange, da lagen die Tannen abgesägt am Boden. Letzte verzweifelte Seufzer drangen in meine Richtung. Ihr Sterben machte mich sehr traurig, auch wenn sie mich nie gut behandelt hatten. Sie wurden auf großen Lastwagen abtransportiert, und ich sah sie nie mehr wieder.
Jetzt stand ich da, ganz alleine und von allen verlassen. Mein krummes Aussehen kam jetzt erst richtig zur Geltung. Es dauerte Tage, bis ich begriff, was geschehen war.

Neugierig kamen die vielen Tiere des Waldes näher und staunten, denn erst jetzt bemerkten auch sie, wie krumm ich wirklich war. Die Vögel flogen herbei und setzten sich abwechselnd auf meine Äste, die nach einer Seite hingen. Die Hasen hoppelten im Kreise, Rehe und Hirsche zupften zart an meinen Nadeln, als wollten sie mich trösten. Eichhörnchen sausten kreuz und quer und zeigten mir ihre Zuneigung.


‚Was ist bloß los!‘, rief ich ihnen zu, ‚was ist denn geschehen, daß ihr alle vor Freude hüpft und springt?‘.

‚Wir haben auf diesem Platz jetzt nur noch dich!‘, sagte mit tiefer Stimme der Hirsch und das Reh stimmte nickend zu.

‚Du hast uns immer vor Kälte, Wind und Schnee beschützt. Hast dich sogar zu uns niedergebeugt und freudig zugeschaut, wenn wir hier rumtollten!‘, bemerkte ein alter Hase.

Ein Eichhörnchen rief begeistert:
‚Du hast mir oft Tannenzapfen geschenkt und mich an dir rumtoben lassen!‘.

Und so erzählten alle Tiere von ihren Erlebnissen mit mir. Als krumme Tanne konnte ich noch viele Jahre glücklich und zufrieden leben!“.
(Quelle: http://www.weihnachtsseiten.de/weihnachtsgeschichten/die-krumme-tanne/home.html 
Autorin: Heidrun Gemähling)




Habt einen besinnlichen 3. Adventsonntag im Schein der Kerzen!
 
 
Herzlich Eure
 
Farbenzauberin



Kommentare:

  1. Ein wunderschönea Adventposting liebe Farbenzauberin.
    Es ist so liebevoll gestaltet,es geht zu Herzen.

    Wünsche Dir einen schönen 3. Advent und grüße Dich ♥ lich
    Angelika

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  2. I wish you a nice third Advent, every time you write a great story.
    Happy Sunday, Irma

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  3. Es macht jeden Tag soviel Freude, Deine Geschichten und Gedichte zu lesen!
    Danke dafür!
    Ich wünsch Dir nochmal einen schönen Start in die 4.Adventswoche!
    ♥ Allerliebste Grüße Claudia ♥

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