6. Dezember 2012

6. Türchen / Nikolaustag

Heute feiern wird das Fest des Heiligen Nikolaus von Myra, einer der beliebtesten Volksheiligen, der ursprünglich aus Kleinasien stammte und einst an einem 6. Dezember verstorben ist. Seither gilt jener Tag in vielen christlichen Glaubensgemeinschaften als Gedenktag und kirchlicher Feiertag.

Noch bei Lebzeiten erhielt er von seinen reichen Eltern ein großzügiges Erbe, dass er an Arme, Kranke, Schutzbedürftige sowie Hilfesuchende verteilte. Er war damals nicht nur Bischof, sondern bekannte sich auch mit Leib und Seele zu seinem Glauben was ihm bei Zeiten der Christenverfolgung in Gefangenschaft geraten lies, wo er auch gefoltert wurde und seinen Tod fand .


Dieser Heilige Nikolaus verschmilzt mit seinem mildtätigen Namensvetter aus dem 6. Jahrhundert - Nikolaus Abt von Sion und späterer Bischof von Pinara.
Seit dem 8. Jahrhundert hat sich langsam die Verehrung des Hl. Nikolaus ausgebreitet, von wo aus sie im 10. Jahrhundert bis nach Deutschland reichte.
Viel mehr Informationen über den Heiligen Nikolaus sind leider nicht "handfest" überliefert und gehen zumeist auf erfundene Legenden zurück. Fest steht jedoch, dass er ähnlich dem Heiligen Martin ein sehr hilfsbereiter Mann war und jedem der Hilfe brauchte auch seine Hilfe entgegenbrachte.

Das uns bekannte Erscheinungsbild des Nikolaus ist geprägt von rot-goldener Kleidung, goldenen Hirtenstab, einer Mütze (Mitra) mit Kreuz sowie einem langen weißen Rauschebart.
In ganz Österreich und Südtirol kommt der Heilige Nikolaus am 5. oder 6. Dezember manchmal noch in Begleitung der Krampusse.
Was er immer für die übers Jahr brav gewesenen Kinder in seinem Gabensäckchen mit dabei hat, sind Nüsse, als Geschenk des Sommers, das die Menschen den harten Winter über bei Kräften halten soll. Außerdem bringt er Äpfel, die ebenfalls traditionell zu den Nikolausgaben zählen, die Schokolade kam erst Jahre später dazu.

Nun, wer von Euch auch recht lieb und brav gewesen ist, dem wird  heute bestimmt der Nikolaus über den Weg laufen oder hat dies bereits gestern schon getan :-)


 
 
Wie der heilige Nikolaus die Mitra erfunden hat (Andreas Knapp)
 
Meist waren Himmel und Meer von Myra tief blau. Die kleine Hafenstadt in der geschützten Bucht an der Küste Kleinasiens bot mit ihren weißen Häusern ein Bild des Friedens. Doch in diesem Jahr hatten die langen wolkenlosen Monate das Trinkwasser in dem malerischen Städtchen knapp werden lassen. Was aber noch schlimmer war: Die gesamte Getreideernte auf den umliegenden Feldern war aufgrund der großen Dürre völlig ausgefallen. Seit Wochen gab es kein Brot mehr und die Leute litten Hunger. Der Bischof von Myra mit dem schönen Namen Nikolaus war sehr besorgt um die Menschen der Stadt. Er hatte mit den Bauern der Umgebung verhandelt und die letzten Reserven Getreide in die Stadt bringen lassen, damit vor allem die Kinder nicht vor Hunger sterben müssen.
 
Doch nun waren auch diese Vorräte aufgebraucht. An einem milden Abend ging Nikolaus durch die engen Gassen. Er hörte, wie in den Häusern die Kinder weinten und die Mütter und Väter vor Kummer seufzten. Es brach dem Bischof schier das Herz und er beschloss einen Rundgang in der kleinen Kirche von Myra, wo er Gott die Not der Stadt klagte. Am nächsten Morgen hatte sich das gewohnte Blau des Himmels in ein trübes Grau verwandelt. Ein Sturm kam auf und bald setzte ein heftiger Regen ein. Endlich gab es wieder frisches Wasser, aber an Getreide fehlte es noch immer.
Nikolaus feierte in der Kirche von Myra einen Dankgottesdienst, da hörte er laute Stimmen durch die Gassen rufen: "Ein Schiff! Ein Schiff!" Schnell eilte Nikolaus in seinem langen weißen Gewand bekleidet zum Hafen hinunter, den Hirtenstab in der Hand. Tatsächlich: Ein mächtiges Schiff näherte sich der Hafeneinfahrt. Es war ungewöhnlich, denn die großen Handelsschiffe steuerten die Bucht von Myra normalerweise nicht an.
Der Kapitän des Schiffes aber suchte anscheinend einen sicheren Ankerplatz, weil draußen immer noch ein heftiger Sturm tobte. Nikolaus ließ sich zum Schiff rudern, das schwer mit Getreide beladen war und einem reichen Kaufmann aus Konstantinopel gehörte. Dieser schaute auf den Mann in dem langen weißen Gewand verächtlich herab. Nikolaus aber sprach ihn ruhig an:
"Die Bewohner der Stadt Myra sind Christen und ich bin ihr Bischof, das ist so etwas wie ein Hirte. Ich bitte dich uns Getreide zu verkaufen, da die Bewohner der Stadt schon seit Wochen an Hunger leiden".
Der Kaufmann blieb ungerührt. "Deine Religion interssiert mich nicht. Mich interessiert nur eines: Habt ihr Gold? Du weißt, dass in diesem Jahr aufgrund der schlechten Ernte Getreide sehr wertvoll ist. Ich habe bestes Korn aus Ägypten an Bord und werde dafür in Konstantinopel einen hohen Preis erzielen. Wie viel Gold kannst du mir bieten?" Nikolaus runzelte die Stirn und antwortete:
"Man sollte aus der Not anderer keinen Gewinn ziehen. Aber ich will sehen, was wir an Gold zusammentragen können." Als der Bischof eine Stunde später wieder auf dem Schiff erschien, konnte er nur eine kleine Schatulle mit wenigen Münzen und etwas Goldschmuck anbieten.
Die Bewohner der Stradt hatten den größten Teil ihrer Wertsachen schon an die Bauern der Umgebung abgegeben, um dafür Getreide zu erhalten. Als der Händler das wenige Geld sah, lachte er laut auf. "Für diese kleine Menge an Gold kann ich dir nur drei, vier Säcke mit Getreide abgeben". Nikolaus schaute dem Kaufmann ruhig ins Gesicht. "Denk an die Kinder!"
Der Kaufmann aber brummte: "Und wer denkt an mich?" Nach kurzem Schweigen machte er Nikolaus einen Vorschlag. "Also gut. Ich nehme das bisschen Gold, das du mir anbietest. Dafür darfst du morgen den ganzen Tag über Getreide entladen. Siehst du die Luke hier?
Wenn ein Boot unterhalb der Luke festgemacht wird, kannst du den Weizen aus der Luke heraus in das Boot schütten."
Nikolaus atmete schon auf , aber der Kaufmann hatte noch nicht geendet. "Doch nur unter der Bedingung: Du darfst kein Schöpfgefäß in den Laderaum mitnehmen." Nikolaus verzog das Gesicht. "Ich darf das Getreide also nur mit meinen Händen ins Boot schütten?" "Du hast den ganzen Tag Zeit, von Sonnenaufgang bis zum Untergang. Das ist mein letztes Angebot. "Der Kaufmann lächelte eisig. Die AUuen des Bischofs blitzten kurz auf. Dann fragtee Nikolaus mit ruhiger Stimme. "Darf ich in meiner Amtskleidung als Bischof kommen?" Der Kaufmann wandte sich an den Steuermann seines Schiffes und fragte im Flüsterton: "Weißt du wie ein Bischof gekleidet ist?" Der Steuermann nickte: "Das weiße Gewand und der Stab, das ist alles."
Der Hänlder wandte sich wieder an den Bischof Nikolaus. "Das Geschäft ist abgemacht. Ich behalte das Gold - und du kannst morgen von Sonnenaufgang an Getreide entladen." Als Nikolaus wieder an Land war, ging er als erstes zum Schmied und schaute sich in dessen Werkstatt um. Er griff nach den Eimern, die aus dünnem Kupfer gehämmert ware. "Kannst du mir daraus eine Kopfbedeckung machn?" DEe Schmied starrte den Bischof ungläubig an. "Ich brauche einen Hut. Bitte bearbeite den Eimer so, dass er mich  nicht mehr über den Kopf rutschen kann." Der Schmied fertigte einen Hut an, der Nikolaus genau auf den Kopf passte und nach oben spitz zulief. Nikolaus setzte den Hut auf und blickte in den Spiegel, als er sich mit dem sonderbaren Ungetüm auf dem Kopf erblickte, konnte er sich vor Lachen kaum halten und auch der Schmied amüsierte sich.
"Was hast du vor Nikolaus?" "Ich brauche eine Amtskleidung als Bischof. Bisher gibt es nur das weiße Gewand und den Hirtenstab. Aber es braucht doch auch einer besonderen Kopfbedeckung!" "Ich werde diesen ulkigen Hut mit feinem Stoff umhüllen", schlug die Frau des Schmieds vor.
"Dann siehst du darin vornehmer aus als mit einem Blecheiner auf dem Kopf." Wieder mussten die drei herzhaft lachen. Dann machte sich die Frau des Schmieds an die Arbeit.
 
Am nächsten Morgen zog Nikolaus in seiner Amtskleidung durch die Straßen. Die Leute lachten über den Hut, der nun mit goldgelbem Seidenstoff bezogen war, auf dem ein rotes Kreuz leuchtete. Nikolaus musste zunächst auch grinsen, dann aber schäfte er den Bewohnern von Myra ein, dass sie ihn mit ernster Miene zum Schiff begleiten sollten. Der Kaufmann staunte nicht schlecht, als Nikolaus mit Gewand, Stab und Hut sein Schiff betrat. Er warf dem Steuermann einen fragenden Blick zu, doch der zuckte nur mit den Schultern. Der reiche Getreidehändler schaute etwas argwöhnlich auf die Kopfbedeckung, doch dann war er beruhigt, den ein Hut aus dünnen Seidenstoff konnte sicher nicht als Schöpfgefäß benutzt werden. Nikolaus stieg in den Laderaum hinab, die Luke wurde geöffnet und ein Boot mit einem großen Bottich fuhr direkt unter die Luke. In diesem Augenblick fielen die ersten Sonnenstrahlen auf das Schiff und die Leute am Ufer riefen laut: "Nikolaus, Nikolaus!".
Wenig später schon reiselten eine große Menge an Getreide aus der Luke. Der Kaufmann erbleichte, das war viel, viel mehr als man mit beiden Händen schöpfen konnte. Wenige Minuten später war der Bottich gefüllt und das nächste Boot fur unter die Luke. Boot um Boot wurde gefüllt und um die Mittagszeit standen schon viele gefüllte Getreidesäcke im Hafen. Doch Bischof Nikolaus schien nicht zu ermüden. Ohne Unterbrechung schöpfte er mit seinem Eimer-Hut Getreide. Als die Sonner unterging, war so viel Getreide an Land gebracht worden, dass die Bevölkerung der kleinen Stadt für viele Wochen mit Brot versorgt werden konnte.
Nikolaus stieg an Deck und ging auf den Kaufmann zu . Mit dem Hut auf dem Kopf und dem Hirtenstab in der Hand und voller Würde trotz seines staubigen Gewandes. "Ich habe ein schlechtes Geschäft gemacht, aber du hast dir heute eine große Geldsumme verdient", knirschte der Kaufmann. Nikolaus schaute den Kaufmann verständnislos an. "Was lässt du dir den für ein Pfund Getreide bezahlen! Ich bin der Bischof dieser Menschen. Wenn ich ihnen helfe, dann ist das für mich so etwas wie ein Gottesdienst." "Ein Gottesdienst? Was ist das für ein Gott, an den du glaubst?"
"Wir glauben an Jesus Christus. Er war ein Freund der Armen und der Sünder. Er hat den Hungernden zu essen gegeben ohne dafür Geld zu nehmen. Er hat Menschen geheilt ohne Bezahlung. Dadurch hat er uns gezeigt, dass Gott der Freund aller Menschen ist. Wir verusuchen daher, uns als Feunde zu behandeln. Und Freunden gibt man doch kein Geld wenn sie einem in der Not helfen."
 
Bischof Nikolaus schaute dem Kaufmann tief in die Augen. "Hast du Freunde?" Der Händler senkte den Blick. "Ich habe Gold, Schiffe und große Häuser, aber ob ich Freunde habe...." Nikolaus drückte dem Kaufmann zum Abschied lange die Hand. "Wenn du wieder durch diese Gewässer segelst, besuche mich! Du bist mir willkommen - auch wenn du kein Getreide an Bord hast." Als das Schiff aufs offene Meer hinaus segelte, schaute Nikolaus ihm noch lange nach. Dann ging er zum Schmied, um sich für dessen Hilfe zu bedanken. In den Gassen der Stadt duftete es nach frischem Brot. Nikolaus ließ sich vom Schmied gerne zum Essen einladen. Plötzlich waren vor der Haustüre laute Rufe zu hören. Die Menschen von Myra hatten sich auf dem kleinen Platz draußen versammelt, um Nikolaus zu danken. "Hoch lebe unser Bischof Nikolaus!", "Dank dir, Nikolaus!", "Du hilfst uns mit Rat und Tat!", so tönten die Stimmen durcheinander. Nikolaus stand auf, nahm seinen Stab zur Hand und wollte hinaus gehen.
Die Frau des Schmieds eilte ihm hinterher, mit dem Eimer-Hut in der Hand. "Den musst du jetzt immer aufsetzten!", lachte sie. Nikolaus schüttelte den Kopf. "Doch!", meinte jetzt auch der Schmied. "Aber wir brauchen noch einen Namen für diesen lustigen Hut." Die Sprechchöre draußen wurden immer lauter. "Nikolaus mit Rat und Tag...." DAS ist doch ein schöner Name", lachte Nikolaus und trat vor die Tür. "Mit-ra!"
So hat also der gute Bischof von Myra vor vielen Jahrhunterden die "Mitra" erfunden. Und bis  heute erinnern die hohen Hüte der Bischöfe daran, dass wahre Größe darin besteht, sich für das Leben der kleinen einzusetzen und ihnen mit Rat und TAg zu helfen.
 


Habt einen feinen Nikolaustag :-)
 
 
Herzlich Eure
 
Farbenzauberin
 
 




Kommentare:

  1. Hallöchen Farbenzauberin,
    ich wünsche dir auch einen schönen Tag
    Crissi

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  2. dein Adventskalender ist einfach wundervoll. muss mal ein lob aussprechen für deine mühe in sämtlichen bereichen. Danke!!! freu mich schon auf morgen!
    herzlichst AnnA

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  3. Eine wunderbare Geschichte liebe Farbenzauberin, dankeschön das Du sie niedergeschrieben hast.

    Einen gemütlichen Nikolaus Abend wünsche ich Dir
    ♥ liche Grüße
    Angelika

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  4. Liebe Farbenzauberin, vielen Dank für die wieder so schönen Geschichten zum heutigen Nikolaustag!
    Ich wünsch Dir auch einen wunderschönen NikolausAbend und viele schöne gemütliche Augenblicke !
    ♥ Allerliebste Grüße Claudia ♥

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  5. Liebe Farbenzauberin,

    danke für die wundervolle Geschichte über den Hl. Nikolaus - mir wurde grad bewusst, wie wenig Details man über die alten Legenden eigentlich weiß bzw. in der Kindheit vielleicht wusste, aber schon vergessen hat....
    Du hast mir heute einiges wieder ins Gedächtnis gerufen!
    Dein Adventkalender ist so toll, da freut man sich echt jeden Tag drauf, einfach super!

    Einen schönen Abend wünscht dir
    NICI

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