29. März 2013

Der Karfreitag...Leiden Christi... Feuerweihe... Fleischweihe...

Der Karfreitag steht im Zeichen des Leidens & Sterbens Jesus am Kreuz, der höchste Feiertag für evangelische Christen.
In dem Namen steckt "Kara,chara" ein althochdeutscher Ausdruck für "Wehklage".

Gläubige Christen finden sich heute um 15 Uhr, die als Todesstunde Christi gilt, zum Beten des Kreuzweges ein oder gehen zur feierlichen Karfreitagsliturgie (Verlesung der Passionsgeschichte mit der Kreuzverehrung).

(Das Heilige Grab in Höglwörth im Berchtesgadener Land)

Bei der Kreuzverehrung wird das in violette Tücher gehüllte Kreuz wieder enthüllt und durch Kniefall davor verehrt. Auffallend und traditionell dabei ist, dass die Kerzen und Blumen am Altar fehlen und Lieder ohne Orgelbegleitung gesungen werden.
Die Karfreitagsliturgie gilt aber nicht als Messe, denn wie wir schon gehört haben entfallen am Karfreitag und am Karsamstag die Heiligen Messen - stattdessen finden reine Betstunden die sogenannten "Trauermetten" statt.

Einer der wohl bekanntesten Karfreitagsbräuche ist das Aufstellen des Heiligen Grabes in der Kirche.
Im Anschluss an die Karfreitagsliturgie wird der Leichnam Jesu in das Grab gelegt und von den Gläubigen wird bis zur Osternacht davor die "Grabwache" gehalten.

Der Karfreitag als Gedächtnistag der Kreuzigung gilt als strenger Fasttag (Fleisch-Verzicht) der in Stille und Besinnlichkeit begangen werden soll.

In Salzburg, in der Ortschaft Grossarl, tut sich alljährlich am Karfreitag eine Scharr von ca. 25 Bauern vor dem Pfarrhof zusammen, um zu jeder vollen Stunde zwischen 20 Uhr und 4 Uhr Früh mit dem Nachtwächterruf die Bewohner an den Leidensweg Christi zu erinnern - dieser außergewöhnliche Brauch nennt sich  "LEIDEN-CHRISTI-SINGEN"


So wie ich Euch gestern vom Gründonnerstags-Ei ("Antlass-Ei") erzählt habe, so gibt es auch ein "Karfreitags-Ei".
Hingegen zum Antlass-Ei darf dieses, wenn es von der Henne am Karfreitag gelegt wird nicht bemalen oder verziert werden. Vor allem früher machten sich die Leute auf den Weg zu Bauernhöfen und baten um die Karfreitagseier, die einem die Gesundheit bewahren sollten und Segen über Haus und Hof bringen sollen.



Alle die Morgen zu den Frühaufstehern zählen werden, haben vielleicht einen Grund dazu, den ich Euch heute schon gerne nennen möchte. Wenn es aber keinen bestimmten Grund gibt, tut sich jetzt vielleicht einer dafür auf :-)

Die Feuerweihe
In vielen Pfarren gibt es schon am frühen Karsamtsag-Morgen die "Feuerweihe".
Dazu braucht man einen großen Schwamm der auf alten Bäumen gewachsen ist, der auf einer Drahtschlinge befestigt wird. Damit geht man dann zur bzw vor die Kirche, wo der Pfarrer ein heiliges Feuer entzündet. Man hält seinen Schwamm "Weihschwamm" solange in das Feuer bis er ausreichend glüht und eilt danach damit nach Hause.
Ein kleiner Teil davon wird in den Holzofen gesteckt (sofern man so einen noch im Haus hat). Ein alter Brauch, der aber kaum noch eingehalten wird, will das mit diesem "geweihten Feuer" der Osterschinken gekocht werden soll.
Mit dem anderen Teil es Weihschwammes soll ein "RACHHÄFLI" gemacht werden - eine kleine Feuerstelle im Freien die bis zum Abend nicht erlöchen soll um damit nach der Auferstehungsmesse den Osterhaufen entzünden zu können.

Quelle: www.koemau.at


Die Fleischweihe
Zumeist in den Vormittagsstunden finden die Fleischweihen in den Kirchen statt.
Die traditionelle Osterjause, bestehend aus Weichfleisch, Würsten, Krenn, geselchter oder gekochter Rindszunge, gefärbte Ostereier und dem Kärntner Reindling wird in einen geflochtenen Holzkorb gepackt.

Quelle: www.pfarre-rankweil.at

Darüber wird eine eigens angefertigte Weihkorbdecke, ein mit religiösen Symbolen besticktes Tuch gelegt, noch ein Frühlingsblümlein oder kleiner Palmbuschen darauf befestigt und damit geht ein Familienmitglied dann zur Weihe in die Kirche.
In den meisten nicht-bäuerlichen Familien in unserer Gegend wird die Osterjause nach der enthaltsamen 40-tätigen Fastenzeit schon zu Mittag verspeist. Zumeist auf Bauernhöfen wird das Weichfleisch erst nach der abendlichen Auferstehungsmesse verzehrt.



Zu den anderen Bräuchen die morgen am Karsamstag ihren Höhepunkt erreichen erfahrt ihr morgen noch etwas.


Herzliche Grüße und einen "enthaltsamen" Karfreitag

Eure Farbenzauberin






Kommentare:

  1. Wünschebare BRäuche hast Du uns da wieder vorgestellt! Lieben Dank!
    ✿Ich wünsch Dir und Deinen Lieben einen schönen Tag und ein wunderschönes und fröhliches Osterfest!✿
    ♥ Allerliebste Grüße Claudia ♥

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  2. Der stille Freitag neigt sich dem Ende! So werde ich ihn auch beenden.Still.
    Ab morgen Starten wir in ein fröhlich,buntes Osterwochenende! Du hast dir für deine letzten Beiträge sehr Mühe gemacht und mir damit eine Freude, es zu lesen.Danke!
    Ich wünsche dir und deiner Familie ein fröhliches Osterfest.
    Liebe Grüße sendet dir, Sabine ☺

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