28. März 2013

Von den Antlaßeiern und dem Gründonnerstag...

Der Gründonnerstag  bezeichnet den Beginn des "Triduum Sacrum" - in dem man des Leidens, Sterbens, der Todesruhe und der Auferstehung Jesu Christi gedenkt. Dies umfasst die Heiligen Drei Tage "Gründonnerstag", den "Karfreitag" als Todestag Jesu und den "Karsamtag" als Tag der Grabesruhe. Dies alles wird als eine Einheit gesehen und als einziges und höchstes Fest des Kirchenjahres angesehen.

Dass der "Gründonnerstag" seinen Namen von der Fastenspeise Spinat hat die heute vielerorts serviert wird, ist nur ein Gerücht. Tatsächlich leitet sich die Bezeichnung vom Wort "greinen" was soviel bedeutet wie "weinen" in Zusammenhang mit den Leiden Jesu Christi.
In den Kirchen gedenkten die Christen heute des letzten Abendmahles Jesu mit den 12 Aposteln und der Fußwaschung am Vorabend seiner Kreuzigung.


Das "Abendmahl" wird in den Abendstunden als feierliche Messe zelebriert, das Gloria wird gesungen und alle vorhandenen Glocken läuten ein letztes Mal, ehe sie bis zur Osternacht schweigen werden. Umgangssprachlich sagen wir "Die Glocken fliegen nach Rom".
Auch die Schellen der Meßdiener werden bis dahin im Gottesdienst nicht mehr erklingen, stattdessen verwenden sie kleine Holzplatten auf die ein Holzklöppel montiert ist.

Um die Menschen trotzdem zum Gottesdienst und zum Gebet rufen zu können, haben die Ratschenbuben ihren großen Auftritt. Sie gehen mit Ratschen in allen Größen und Varianten zu Fuß um die Kirche und durch den Ort begleitet von Sprüchen die nach der Tageszeit varieren.

Wer es nicht kennt: Eine Ratsche ist ein rechteckiger Fichtenholzrahmen mit einer tief gerillten Holzwalze in der Mitte und einer Kurbel zum Drehen. Darauf liegen elastische Fichtenholzspäne die beim schnellen Drehen der Kurbel den Ratschen-Ton erzeugen.

Ich habe für Euch auf Youtube ein Video von einem Ratschen-Bauern gefunden der uns das Handwerk sehr anschaulich nahe bringt - sehr interessant wie ich finde :-)

(ist aber nicht ganz in Hochdeutsch gesprochen *g*)



 Gefeiert wird in der abendlichen Messe das Johannesevangelium, dass uns davon berichtet wie Jesus beim letzten Abendmahl jedem seiner Jünger die Füße gewaschen und sie mit einem Tuch getrocknet hat. Die Fußwaschung sollte Demut und Dienstbereitschaft verdeutlichen.
Heute wird diese Handlung noch in vielen Pfarren nach der Predigt vollzogen, dabei wäscht der Priester als Repräsentant Christ einigen auserwählten Kirchenmitgliedern die Füße.

© Foto Stift Heiligenkreuz
zu sehen im Stift Heiligenkreuz (Quelle: www.kath-kirche-kaernten.at)

Am Ende der Messe folgt die "Ölbergandacht" - eine Anbetungsstunde bis Mitternacht. Dabei gedenkt man den Geschnehnissen jener Nacht in der Jesus an seine Feinde ausgeliefert wurde -die Todesangst Jesu, den Verrat durch Judas, die Gefangennahme Jesu und die Verleugnung des Petrus.

Am Vormittag des Gründonnerstagsmesse findet noch eine eigene Chrisam-Messe statt, in der die Weihe der heiligen Öle (Chrisam, Katechumenenöl), die für dei Sakramentenspendung benötigt werden, vorgenommen wird.


Es gäbe ja noch viel zu erzählen, da bei uns der Gründonnerstag als religiöser Tag viele Ereignisse mit sich bringt. Es gibt aber auch noch andere Bräuche die mit den Ostereiern zu tun haben.


 
 
 
Das Ei ist ein Symbol der Fruchtbarkeit und des Lebens und darum auch eng mit dem Hochfest zu Ostern verbunden. Verzierte Eier gabe es erstmals um circa 1615. Die oft kunstvoll bemalten und geschmückten Eier weisen auf den Wandel vom Leben zum Tod hin und die Hoffnung auf Auferstehung.
Das Eierfärben ist meist eine Beschäftigung für Gründonnerstag (oder auch Karfreitag) Nachmittag.
Um die Eier möglichst variantenreich zu gestalten, bieten sich in der heutigen Zeit schon sehr viele Möglichkeiten an.


Um aber beim Usprung zu bleiben kann man sofern es die winterliche Witterung zulässt, in der Natur schöne Gräser sammeln, diese auf das Ei zu legen, mit einem Nylonstrumpf fixieren, diesen zusammenzubinden und zum Färben in einen Sud aus Curcuma, Zwiebelschalen oder Roten Rüben legen.

Von besonderer Bedeutung sind die Hühnereier die die Henne heute am Gründonnerstag legt - sie heißen "ANTLASSEIER"  (antlass = Ablass, Lossprechung) und gelten als Heilig sowie als Fruchtbarkeits- & Heilsymbol und dürfen nur Rot gefärbt werden.
Das Verspeisen sollte Schutz vor Leiden gewähren.

Bilder von unseren gefärbten Eier kann ich erst morgen zeigen, da ich sie erst kochen muss und am Nachmittag dann gefärbt wird :-)

Für alle die sich  für Österliches im Fernsehen begeistern können habe ich noch einige TV-Tipps die morgen zu sehen sein werden:


Freitag, 29.03. auf ORF2
um 9.30 Uhr "Karfreitags Gottesdienst - Stille Wunden"
(live aus der Lukaskirche in Bad Hall im oberösterreichischen Traunviertel)

Freitag, 29.03. auf SERVUS-TV
um 10.30 Uhr "Hoagascht - Das Heilige Grab"
um 11.50 Uhr "Vergangene Welten - Herodes"
um 19.45 Uhr "Hoagascht - Der Karfreitag"

Freitag, 29.03. auf NDR
um 20.15 Uhr "Landpartie - Ostern an der Weser"



Anhand der vielen Kommentare und Rückmeldungen die ich in den letzten Tagen schon erhalten habe, scheint Euch die Brauchtumsreihe zu Ostern die ich mit viel Mühe zusammenstelle zu gefallen *freu*
Was mir immer ein besonders Lächeln auf die Lippen zaubert sind Eure lieben Kommentare  und wenn ich lese, dass ich so manchen angestiftet habe etwas auszuprobieren oder nachzumachen :-)

Morgen zeige ich Euch wie versprochen die Ostereier, es wird um die religiöse Bedeutung des Karfreitag gehen, die Vorbereitungen für die Osterjause am Karsamstag.... am besten lest selbst!

Bis dahin wünsch ich Euch einen schönen Gründonnerstag, welcher Beschäftigung ihr auch immer nachgehen werdet :-)


Ich widme mich nun der Spinatzubereitung und den Ostereiern.
 
Herzliche Grüße
 
Eure Farbenzauberin

Kommentare:

  1. Danke!
    Das ist liebevoll zusammengestellt.
    Damit hast Du Dir sehr viel Mühe gemacht.

    Ich wünsche Dir schöne Ostertage und grüße herzlich, Gisela.

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Farbenzauberin,

    ich lese gern Deinen Post, er ist sehr lehrreich und man merkt manchmal, dass man viele Dinge im Laufe der Zeit vergessen hat.
    Vielen Dank für die Mühe, die Du Dir machst uns das so Nahe zu bringen.

    Ich wünsche Dir ein schönes Osterfest im Kreise Deiner Lieben .

    Deine Bluemchenmama

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  3. Dankeschön für diesen liebevollen Osterpost.
    Wünsche dir und deinen Lieben tolle Ostertage,
    viele Grüße :)

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