24. Dezember 2015

Heiliger Abend - eine Bergweihnacht

Viele besinnliche, gemütliche und "stade" Stunden liegen vor uns, davon gilt es noch die Ein oder Andere Stunde verstreichen zu lassen, ehe der Christbaum in vollem Glanz in der Stube erstrahlen wird und ein heller Glöckchenklang durch die Wohnung schallt. Es ist noch ein wenig Zeit ehe das Christkind sich auf den Weg macht und so manches Packerl unter seine Lichterbäume verteilen wird.
Es ist noch Zeit, sich ein paar Augenblicke hinzusetzen und die Vorfreude zu genießen.

Lasst Euch von mir und ein paar weihnachtlichen Klängen, Texten und Bildern in ein idyllische Bergwelt entführen -  "Heilig Abend" in aller Stille....



.....lauscht diesen traditionellen österreichischen weihnachtliche Klänge und....



begebt Euch auf eine kurze "zeitverkürzende" literarische Wanderung am Heiligen Abend!



Immer ein Lichtlein mehr
im Kranz, den wir gewunden,
dass er leuchte uns so sehr
durch die dunklen Stunden.

Zwei und drei und dann vier!
Rund um den Kranz welch ein Schimmer,
und so leuchten auch wir,
und so leuchtet das Zimmer.
Und so leuchtet die Welt
langsam der Weihnacht entgegen.
Und der in Händen sie hält,
weiß um den Segen!


(Matthias Claudius)





Ein Bäumlein grünt im tiefen Tann
Das kaum das Aug' erspähen kann,
Dort wohnt es in der Wildnis Schoß
Und wird gar heimlich schmuck und groß.

Der Jäger achtet nicht darauf,
Das Reh springt an ihm vorbei im Lauf;
Die Sterne nur, die alles sehn,
erschauen auch das Bäumlein schön.
Da mitten in des Winters Graus
erglänzt es fromm im Elternhaus.
Wer hat es hin mit einem mal
getragen über Berg und Tal?

Das hat der heilige Christ getan!
Sieh dir nur recht das Bäumlein an!
Der unsichtbar heut eingekehrt,
Hat manches Liebe dir beschert.

(Martin Greif)





Winterzaubernacht hoch auf den Gipfeln. 
Tannen nicken still im  Wind mit den Wipfeln

Blicke schweifen  in´s Tal,  über´ s  beleuchtete Land,

überm Berg zieht sich zaubrig ein  Sternenband.
Der Blick hebt sich in´s  unendliche  Weltenall.
In der Dunkelheit glitzern Sterne in ungeheuerer Zahl
.
Am Firmament zieht mystisch ein besonderer Stern.
In der Ferne ist der Klang von stiller Freude zu hör´n.
Nichts stört die Ruhe dieser Nacht auf dem Berg.
Kein Laut dringt hierher so, dass ich ihn merk´. 



Der Wasserfall ist dick und zaubrig vereist.

Das Mondlicht fällt auf das Gfrörne, das gleist.
Schillernder  Zauber die Bergnacht durchdringt.
Aus der Hütte eine  zarte Melodie jetzt erklingt.



Wie leise Engelsmusik zärtlich es schallt.

Ein Käuzchen schreit leis´ aus dem Zauberwald.
Ein Reh aus dem Dunkel man leise jetzt hört,
keine Disharmonie die dunkle Winternacht stört.  



Unruh´ kommt auf- ein Fackelzug passiert und steigt ab,

zieht zu einem Stall,  auf den ein Komet scheint herab.


Plötzlich öffnet sich der Himmel, laut die Glocken erklingen.

Oben schweben die Engel, jubilieren und singen.
Aus dem Himmel dringt glühend, hell leuchtend, ein Feuer.
Es verzaubert uns, es blendet, es strahlt ungeheuer.



Wir steigen jetzt auch ab in´s strahlende Tal  

und lauschen dem göttlichen, himmlischen Schall.
Es erklingt jetzt Musik aus dem strahlenden Himmel,
Engel  jubilieren auf einem Schlitten mit Schimmel.



Es geschieht alles zu Ehren von Gott unserm Herr´ n.

Er schenkt uns heut´ seinen Sohn, lässt den Himmel auf sperr ´n.


Maria und Joseph knie´ n betend vor der Krippe  im Stall

und blicken glücklich strahlend  in´s verzauberte All.

(Dr. Frank Trautner)







Nun wandelt auf verschneiten Wegen
die Friedensbotschaft durch die Welt.
Aus Ewigkeit ein lichter Segen,
in das Gefühl des Tages fällt.
Schon blinkt die Nacht, die Glocken schwingen,
und willig macht die Menschheit halt,
das wilde Drängen, Hasten, Ringen entschläft.

Der wüste Lärm verschallt, ein Duft aus Tannenzweigen, 
ein Wunderbaum mit Sternenpracht, und um den Baum ein Jubelreigen.
Das ist das Fest, das Gott gemacht.
Oh holder Traum, lass dich genießen:
das alles glücklich, gut und fromm!

(Victor Blüthgen)






Die eisige Straße mit Schienengeleisen, 
Die Häusermasse in steinernen Reih'n, 
Der Schnee in Haufen, geisterweißen, 
Und der Tag, der blasse, mit kurzem Schein.

Der Kirchtüre Flügel sich stumm bewegen, 
Die Menschen wie Schatten zur Türspalte gehn; 
Bekreuzen die Brust, kaum daß sie sich regen, 
Als grüßen sie jemand, den sie nur sehn.
Ein Kindlein aus Wachs, auf Moos und Watten, 
Umgeben von Mutter und Hirten und Stall, 
Umgeben vom Kommen und Gehen der Schatten, 
Liegt da wie im Mittelpunkte des All.

Und Puppen als Könige, aus goldnen Papieren, 
Und Mohren bei Palmen, aus Federn gedreht, 
Sie kamen auf kleinen und hölzernen Tieren, 
Knien tausend und tausend Jahr im Gebet.

Sie neigen sich vor den brennenden Kerzen; 
Als ob im Arm jedem ein Kindlein schlief, 
Siehst du sie atmen mit behutsamen Herzen 
Und lauschen, ob das Kind sie beim Namen rief.


(Max Dauthendey)


                           


O heiliger Abend,mit Sternen besät,

wie lieblich und labend, dein Hauch mich umweht!
Vom Kindergetümmel, vom Lichtergewimmel
aufschau ich zum Himmel in leisem Gebet.

Da funkelt von Sternen ein himmlischer Baum,
da jauchzt es im fernen,
da lassen die Sphären in seligen Chören
glückwünschend sich hören; mir klingt’s wie im Traum.

Es führet mit Feuer Orion den Chor,
die himmlische Leier tönt golden hervor;
dann folgen mit Schalle die Sternlein alle;
dem lieblichsten Halle lauscht selig mein Ohr:


(Ausschnitt aus  "Am heiligen Abend" von Karl Gerok)




....die Zeit die ist nun vorgerückt, im Herzen seid ihr still beglückt. Macht Euch nun auf und seid bereit.
Bald wird das Christkind durch den Wald her kommen und in kalter Winterluft seinen Glanz an alle Zweiglein hängen!


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& 



wünscht Euch Eure Farbenzauberin! 



















Kommentare:

  1. Liebe Farbenzauberin,
    ich danke Dir für diesen wundervollen Post heute!
    Ich wünsche Dir und Deinen Lieben ein frohes, lichterfülltes und besinnliches Weihnachtsfest!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

    AntwortenLöschen
  2. so ein schöner weihnachtspost..haaaachhh...schade das der schnee ausgeblieben ist...dafür wird das christkindl schwer bepackt demnächst eintreffen :-)))
    herzlichst deine AnnA

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